Emma Andijewska

Andijewska-Die Familie-107x79cm-1999-1.000,- €

links:
Die Familie; Acryl auf handgeschöpften Bütten - karton; 107 x 79 cm; 1999; Vkpr. 1.000,- €

rechts:
Die Familie; Acryl auf handgeschöpften Bütten- karton mit Goldbronze;
107 x 79 cm; 2000;
Vkpr. 1.000,- €

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Andijewska-Der Süden-79x107cm-1995-1.000,- €

oben: Der Süden; Acryl auf handgeschöpften Büttenkarton mit Silberbronze; 79 x 107 cm; 1995; Vkpr. 1.000,- €

Andijewska-Die Familie-107x79cm-2000-1.000,- €
Andijewska-Das Apfelthema-107x79cm-2000-1.000,- €

oben: Apfelthema; Acryl auf handgeschöpften Bütten mit Goldbronze; 107 x 79 cm; 2000; Vkpr. 1.000,- €

Foto Andijewska 2012EMMA ANDIJEWSKA
Vor dem Horizont eines neuen Bewusstseins stehen wir, wenn wir den Gedanken des bedeutenden Kunstphilosophen unseres Jahrhunderts, Jean (Hans) Gebser (geb. 1905 in Posen, gest. 1973) folgen wollen. „... Alles verstandesmäßig Denkbare hat nur dann Wirklichkeitswert, wenn es Beweiskraft hat. Alles geistig Wahrnehmbare hat nur dann Gültigkeit, wenn es Evidenzcharakter hat. Das, wovon hier zu sprechen gewagt wird, vollzieht sich im Übergedanklichen. Damit bleibt es für jene, welche die Grenzen des Denkens nicht zu überschreiten wagen, bloße Vermutung, während es für die Wahrnehmbaren die Transparenz des Letztwirklichen ist.“ Diese Gedanken entstammen dem Erfahrungs- und Intuitionsbereich eines Mannes, der sich in einer bestimmten Weise der Erforschung des menschlichen Bewusstseins und dessen Entfaltung in der Geschichte verschrieben hatte.
Bevor man sich dem Sinn im Œuvre von Emma Andijewska nähert, beginnt zu entschlüsseln, sollte das obige Zitat von Jean Gebser in seiner vollen Bedeutsamkeit angenommen werden. Und dann nehme man nicht ein, sondern viele Bilder von ihr und analysiere sie möglichst genau und exakt. Nur so wird sich der Zugang in die Inhalte der Bilder von Emma Andijewska öffnen, so bildet sich ein theoretischer Schlüssel zu ihrer Bilderschrift, der aber um zu funktionieren, auch Kenntnisse aus der Biografie der Künstlerin voraussetzt.
Sie ist einerseits Malerin, andererseits auch Schriftstellerin und ihr Fabelwissen begründet sich im sehr weiten Kulturkreis. Die Märchen und Mythen, Geschichten, die man Emma Andijewska als Kind erzählte und die sich in ihrer kindlichen Vorstellung, in ihren Gedanken zu eigenartigen Figuren, Formen und Gebilden umsetzten, sind ein Teil des theoretischen Schlüssels, der zum Verständnis ihrer Bilder führt.
Parallelen zu Nikolai Wassiljewitsch Gogol (1809 bis 1852) werden wach, seine grotesken Schilderungen des Alltags in „Die toten Seelen“ oder „Der Revisor“ werden lebendig.
Ein weiterer, wichtiger Part ist das Wissen, das Emma Andijewska im Aufbau ihrer Bilder in der orthodoxen Tradition fußt. Hintergrund sind die Ikonen, die gemalten religiösen Geschichten, die nach strengen, konsequent befolgten Regeln und Vorschriften entstanden.
Nicht vom Inhalt her, so jedoch in der Dichte, dem Komprimieren der Bildelemente zueinander, steht sie in der gleichen ikonografischen Tradition, der auch Marc Chagall Zeit seines Lebens verbunden war. Auf einer Szenenikone ist ein ganzes Kapitel aus dem Neuen Testament vollständig in Bildfolgen neben- und übereinander platziert dargestellt. Dabei wird auf die räumlich-linearen Perspektiven meistens verzichtet. Auch der fiktive Standpunkt des Betrachters ist nicht auf die Augenhöhe fixiert, sondern er schwebt frei über dem Boden. Sehr markant hat dieses Prinzip Emma Andijewska u.a. in den Bildern „Gestalt mit dem Spiegel“ von 1995 und „Fischverkäufer“ von 1993 angewendet.
Die nächste, vorderhand noch zu lösende Frage ist: Woher kommen, was verbirgt sich hinter den erdenhaft-kompakt gemalten Formen ihrer Fabelwesen? Während die pflanzlichen Gewächse, Blumen und Gemüse ihr naturalistisches Grün meistens behalten, sind diese Wesen wie aus Knollen erschaffen.
1994 malte Emma Andijewska das Bild „Meditation über Kartoffelthema“. Hier wird die Verbindung beider Symboliken sinnfällig sichtbar und lässt Rückschlüsse zu auf frühkindliche Erfahrungen; Gnome, Alraunen, die Wesen aus der Unterwelt widerspiegeln ihre Gestalt in der Kartoffel.
Das Rot, die Farbe, mit der sich die Könige und Kardinale schmückten, Symbol für Reichtum, Schönheit und Macht, ist es die Lieblingsfarbe von Emma Andijewska?
Nehmen wir einige Bilder und suchen dort nach den Antworten. Aus der „Kanone nach den Sperlingen“, in beiden Bildern von 1995, ist das Geschütz und sind die Kugeln rot, in „Die Ordner“ sind die Forke, die Haube und der Uniformärmel, die Attribute der Macht, rot.
In „Mutter und Kind“ ist die Mutter mit roter Haube und rotem Kleiderkragen geschmückt, Sinnbild für Schönheit. Sehr wichtig zur Lösung der Frage sind die beiden Bilder „Gekreuzigter Jesus mit Kranz“ von 1991 und „Kruzifix“ von 1995. Die Dornenkrone Jesu und das Lendentuch malt Emma Andijewska 1991 rot und 1995 das Kreuz rot, dazu die Dornenkrone wie einen roten schwebenden Strahlenkranz, der den Gekreuzigten umleuchtet. In die vier Außenfelder hat sie die vier Evangelisten gestellt. Sie sind ebenso erdhaft wie der Mensch Jesu gemalt. Dieses Bild bringt uns einen Schritt weiter zum Entschlüsseln der symbolischen Fragmente; es löst die Frage nach der Religiosität der Malerin. Durch die erdhaften Farben wie die Greifbarkeit des dreieinigen Gottes in der Person Jesu versinnbildlicht und gleichzeitig die biblisch, göttliche Erschaffung der Menschen aus der Erde verdeutlicht.

Zum Abschluss ein paar Worte über „Die Gemeinsamkeit“ von 1995. Zwei Personen, körperlich verbunden wie siamesische Zwillinge - männlich und weiblich zugleich, blicken den Betrachter an. Vordergründig kann angenommen werden die Verbindung beider Personen ist physischer Natur, ein Geburtsfehler, jedoch nach intensivem Studium des Bildes ergibt sich zwangsläufig die Hypothese, dass diese Verbindung willkürlich und von beiden Personen gewollt ist und gemeinsam geschaffen wurde. Eine heitere Unbeschwertheit liegt in den Bewegungen der begleitenden Figurinnen, die Klarheit der Farbe Blau - reines Wasser und klarer Himmel - sowie das helle Beige für Sand - lenken die Gedanken des Betrachters in positive Bahnen, lassen Erinnerungen wach werden an eigene erlebte schöne Urlaubstage.
Der theoretische Schlüssel ist gefunden, und jetzt erst erschließen sich die verschiedenen Ebenen in Emma Andijewskas Bildern, die bemalten und gedachten.
(Axel-Alexander Ziese, aus  der Buchreihe  ‚Meister bildender Künste‘)

Andijewska-Die Zwei mit Schilden und Insekten-107x79cm-2000-1.000,- €
Andijewska-Das Frühstück-107x79cm-1995-1.000,- €

links: Die zwei mit Schilden und Insekten;
Acryl auf handgeschöpften Büttenkarton mit Goldbronze;
107 x 79 cm; 2000; Vkpr. 1.000,- €

zur Vita der Künstlerin

Andijewska-Villen am Meer-79x107cm-1999-1.000,- €

oben: Das Frühstück; Acryl auf handgeschöpften Büttenkarton mit Silberbronze; 107 x 79 cm; 1995; Vkpr. 1.000,- €

links: Villen am Meer; Acryl auf handgeschöpften Büttenkarton mit Goldbronze; 79 x 107 cm; 1999;  Vkpr. 1.000,- €

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